Das Angebot des zweiten Architekten

Ich hatte ja von unserer Skepsis bezüglich des ersten Architekten berichtet. Dann war vor einigen Wochen der zweite Architekt zur Besichtigung da und nun lag uns seit einer Weile sein Angebot vor.

Für alle, die den Ablauf nicht kennen: nachdem man sich einen Architekten gesucht hat, macht man mit ihm zunächst einen Begehungstermin vor Ort, damit er sich einen Eindruck verschaffen kann. Dabei klärt man ein paar grundlegende Dinge über das Bauvorhaben. Dieser erste Termin ist kostenlos und anschließend bekommt man eine erste Kostenschätzung bezüglich der gesamten Baukosten und der Architektenkosten. Die Kostenschätzung ist sehr grob und beruht darauf, dass der Architekt die Quadrat- und Kubikmeter der zukünftigen Wohnung mit einem Faktor verrechnet. Es werden aber überhaupt noch keine individuellen Details berücksichtigt, zum Beispiel ob man sich später wie der Prunk-Bischof Tebartz-van Elst einrichten möchte, denn selbstverständlich gibt es nach oben keine Grenzen! Wer sich Schreinerarbeiten für 350.000 Euro, eine freistehende Badewanne für 15.000 Euro, Kunstwerke für 450.000 Euro und einen Seilzug für einen Adventskranz für 50.000 Euro kauft und danach noch eine zweite Wohnung in den Fels darunter fräsen lässt, hat natürlich schnell Baukosten von 10.000 Euro pro Quadratmeter. 😀 Um den realen Endpreis geht es aber bei der ersten Kostenschätzung noch nicht, sondern es wird  ein Standardwert zur Orientierung berechnet. Genaueres weiß man später, wenn der Architekt wirklich mit der Planung beginnt.

Wir waren nun etwas irritiert, weil die Schätzungen der beiden Architekten um 143.000 Euro (!!!) auseinander liegen! Deshalb haben wir nachgefragt. Die Erklärung ist ganz einfach: der erste Architekt hat bereits kostenmindernd einberechnet, dass wir viel in Eigenleistung selber bauen wollen. Der zweite Architekt hatte geschätzt, was es kosten würde, wenn man alles von Firmen machen ließe und ihn für sämtliche Bauphasen beauftragen würde. So kam die große Differenz zustande und das machte das Vergleichen der beiden Angebote nicht gerade leichter. Mithilfe von Taschenrechner und Hirnschmalz haben wir uns aber durch das Zahlenwirrwarr gekämpft und sind zu dem Schluss gekommen, dass Architekt Nr. 2 bedeutend teurer ist. Wir werden also Architekt Nr. 1 beauftragen. Das war eine reine Preisentscheidung, denn fachlich waren beide in Ordnung.

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