Lektion gelernt – nie mehr Stundenlohn!

Die ersten Bauarbeiten sind fertig, die beteiligte Baufirma ist vom Hof und wir atmen erstmal durch. Diese Zusammenarbeit war ein Desaster von A wie An-Absprachen-halten bis Z wie Zeitabrechnung. Das einzig Positive daran: das Arbeitsergebnis ist in Ordnung und das Haus steht noch.

Es ging schon chaotisch los, ohne genaues Angebot. Oberstes Motto des Bauunternehmers war “schnell anfangen und den Bau voranbringen”. Unser Architekt hatte ihn auf die Baustelle geholt. Uns wurde nur grob mitgeteilt, dass er von 3 Mitarbeitern für 20 Euro netto pro Stunde das Erdgeschoss ausheben lassen will und dass das in 5 Tagen geschafft sein wird. Am ersten Tag wurde dann der erste Container vollgemacht und abgeholt. 15 Tonnen Bauschutt. Am zweiten Tag waren schon nur noch 10 Tonnen im Container. Als wir nach dem dritten Tag die Baustelle besuchten, war noch nicht einmal die Hälfte der Fläche geschafft. Das wunderte uns allerdings nicht mehr, nachdem wir das Filmmaterial aus der Überwachungskamera (das Unternehmen war über die Kamera informiert worden) gesichtet hatten. Die Arbeiter hatten mehr als 3 Stunden Pause gemacht! Am vierten Tag kam dann endlich der Mini-Bagger, der zusätzlich 75 Euro am Tag kostete, aber wenigstens die Leistung erhöhte. Außerdem kamen noch zwei zusätzliche Bauarbeiter. Aber selbst die 5 Leute wurden innerhalb der Woche nicht fertig, trotz Samstagsarbeit. Erst am darauffolgenden Montag war es nach 7 Tagen geschafft. Der letzte Container war auch endlich wieder richtig voll mit 16 Tonnen.

Bauarbeiter Pausen

Jeder Tag kostete knapp 1000 Euro. Diese Befürchtung wurde durch die (unseriöse) Abrechnung bestätigt. Uns wurden 180 Arbeitsstunden in Rechnung gestellt. Laut den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Arbeiter, die die Überwachungskamera aufgezeichnet hatte, konnten wir aber nur 140 Arbeitsstunden nachvollziehen. Und dabei haben wir schon täglich nur 1 Stunde Pause einberechnet. Woher kam nun also die Differenz von 40 Stunden? Auf Nachfrage schimpfte der Bauunternehmer, er müsse ja auch die An- und Abreise berechnen. Okay, also 800 Euro netto für An- und Abreise …?

Zu dem Frust mit den bummelnden Bauarbeitern, die einfach teure Stunden abrechnen, die sie gar nicht gearbeitet haben, kamen noch ein paar weitere Ärgernisse:

  • An den ersten Tagen kamen die Arbeiter schlecht ausgestattet und mussten sich von uns eine Schubkarre und einen Bohrhammer ausleihen. Die Schubkarre ging natürlich auch noch kaputt, wurde aber wieder repariert.
  • Die Arbeiter haben sich ohne Erlaubnis Zutritt zur abgeschlossenen Scheune verschafft, um Bohlen und eine weitere Schubkarre herauszuholen.
  • Ein Kanister Diesel, der in unserer Werkstatt stand, wurde heimlich für den Bagger benutzt.
  • Mehrere Tage und Nächte brannte das Licht im Obergeschoss.
  • Am fünften Tag wurde ein Teil unserer Fundamentsteine von einem Transporter der Baufirma eingeladen und weggebracht. Natürlich unabgesprochen. Wir hatten gesagt, dass wir die schönen großen Natursteine behalten wollen. Der Großteil ist aber zum Glück noch da.

Transporter Baufirma

Demnächst gibt’s bei uns jedenfalls keine Faulenzerei auf Stundenbasis mehr, nur noch Festpreisprojekte mit vorherigem Angebotsvergleich! Und die Baufirma, von der ich eben erzählt habe, kommt nie wieder auf den Hof. Leider haben wir erst im Nachhinein erfahren, dass das Unternehmen bereits für schlechte Mitarbeiter und gestohlenes Werkzeug bekannt ist.

4 comments on “Lektion gelernt – nie mehr Stundenlohn!

  1. malzirkel says:

    Och man, dass ist ja echt ärgerlich!

    • malzirkel says:

      Wenn man nicht daneben stehen bleibt und denen auf die Finger schaut! Belasst ihr es jetzt dabei oder legt ihr dem Chef ne Google-Maps Route vor mit Kilometerangabe, wie weit es tatsächlich von seinem Standort bis zu eurem Hof ist? Da kann man sich echt nur aufregen!!

      • Uta says:

        Ja, wir haben uns auch sehr geärgert… :/
        Wir haben um eine korrigierte Rechnung gebeten und hatten die Hoffnung, dass er uns seine Stundenabrechnung noch vorlegt…. aber stattdessen gab es jetzt einfach eine neue Rechnung mit 200 Euro “Skonto”. Er ist uns also finanziell ein bisschen entgegengekommen und wir akzeptieren das jetzt so, weil wir auch keine Lust haben, uns weiterzustreiten. Die Videoaufnahmen gelten sowieso nicht als legales Beweismittel.
        Jetzt freuen wir uns sehr auf die nächsten Baumaßnahmen mit hoffentlich zuverlässigen Handwerkern! 🙂

  2. Drea says:

    !!!!!!!Nicht zu fassen!!!!!!!

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