Ein Hund zieht ein

Eine junge Hündin ist nun das erste Tier geworden, das auf unserem Hof einziehen darf: die 8 Monate alte Clara. Wir haben sie im Tierheim entdeckt, als wir uns ganz ungezwungen nach einem Hund umgeschaut haben. Sie ist ein Neufundländer-Mix und wurde von Tierschützern zusammen mit ihrer Mama und ihren Geschwistern in Rumänien aufgelesen. Etwas schüchtern und unsicher ist sie noch, aber ihr ruhiges Wesen hat uns gefallen. Und da die Hunde vom Tierschutz offensichtlich sehr schnell neue Besitzer finden, konnten wir mit unserer Entscheidung nicht lange warten. Nach einem Mal gemeinsam Gassi gehen, wurde sie uns am darauffolgenden Tag schon zur 14-tägigen Probezeit mit nach Hause gegeben, obwohl wir noch nichts für sie vorbereitet hatten. Wir bekamen ein Hundebett, zwei Tagesrationen Futter, Leckerlies, Näpfe, Halsband, Leine und ein Spielzeug ausgehändigt. Dann wurde schon der Hund in den Kofferraum gehoben, Klappe zu – viel Spaß.

Hund Clara Porträt

So begann das Leben mit Hund schneller als gedacht. Der Knirps fand’s natürlich toll. Als Erstes stellte sich die Frage: wohin mit dem Hund? Eine Hütte gab es noch nicht. Wir entschieden, das Hundebett in den Flur zu stellen, damit Clara am Anfang ganz viel Zeit mit uns verbringen konnte. Wir zeigten ihr am ersten Abend alle Zimmer und sie durfte den Garten und den Hof erkunden. Wir gingen mehrmals mit ihr raus, damit sie ihr Geschäft erledigen konnte. Das klappte ausgesprochen gut. Also ließen wir es auf den Versuch ankommen, sie auch über Nacht im Haus zu lassen. Sie schlief im Flur in Hörweite zu uns und tatsächlich machte sie keinen Dreck. Anscheinend war sie von Natur aus stubenrein. Sie war auch insgesamt sehr vorsichtig und machte nichts kaputt. Es zeigte sich, dass sie eine sehr liebe und unterwürfige Hündin ist. Nie war sie aggressiv. An der Leine lief sie problemlos mit. Man konnte ihr sogar Futter abnehmen, ohne dass sie knurrte.

In den ersten Tagen fand ich es trotzdem sehr anstrengend mit ihr. Ihre permanente Unsicherheit und Ängstlichkeit waren belastend. Sie war sofort verstört, wenn man sich zu weit entfernte oder durch eine Tür getrennt war und fing dann an, an den (schönen neuen) Türen zu kratzen. Also musste ich den ganzen Tag für sie da sein. Mit solchen Trennungsängsten hatte ich überhaupt nicht gerechnet! Sie scheinen aber bei Tierheimhunden nicht unüblich zu sein… Ich hatte also unterschätzt, wie lange die Eingewöhnung dauern würde und fragte mich, wie man in nächster Zeit überhaupt mal etwas ohne sie erledigen könnte. Offensichtlich würde es noch viel Training brauchen, bis sie ohne Panik allein auf dem Hof bleiben würde.

Hündin Clara mit Ball

Nach ein paar Tagen wurde es trotzdem entspannter für mich, weil Clara viel schlief. Sie musste zum Glück nicht ständig beschäftigt werden. So einen ruhigen Hund hatte ich mir gewünscht! Außerdem war es schön zu beobachten, wie sie sich langsam auf dem Grundstück einlebte und uns in ihr Herz schloss. Sie freute sich über jedes bisschen Aufmerksamkeit, das man ihr schenkte.

Man muss sie einfach gern haben, die gute Seele! Clara ist immer geduldig, ruhig und freundlich. Momentan läuft noch die Probezeit. Erst nächste Woche müssen wir entscheiden, ob sie offiziell unser Hund wird. Aber ich denke, das wird schon klappen.

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