Trockenbau auf dem Treppenabsatz

Hier ist mal wieder ein kurzer Bericht von der Baustelle, also aus unserem Haus. 🙂 Wie ihr wisst, hatten wir das Erdgeschoss im Wesentlichen fertig ausgebaut und arbeiten seit letztem Jahr (wenn es die Zeit zulässt) im Obergeschoss am Trockenbau. Ein großes Thema ist auch weiterhin noch die Treppenaufarbeitung. Ein besonders kniffliger Teil war der Trockenbau auf dem Treppenabsatz, deshalb möchte ich diesem Thema einen kurzen Beitrag widmen.

Im folgenden Bild, wo bereits die Metallständer gesetzt wurden, kann man die Ausgangssituation sehen:

Die Wand ist im unteren Bereich dicker, weil die Erdgeschosswand aus Steinen gemauert wurde wohingegen das Obergeschoss aus dünneren Fachwerkwänden besteht. Dadurch entsteht dort ein Absatz, wo die beiden Geschosse aufeinander treffen.

Die erste Frage war also, ob man den Absatz beim Trockenbau erhalten möchte. Nachdem wir aber überlegt hatten, dass auf den oberen, dünnen Teil der Wand noch die 10 cm Innendämmung kommen, die wir im gesamten Obergeschoss an den Außenwänden angebracht haben, war klar, dass nur eine relativ kleine Kante übrig bleiben würde. Wir haben uns dann gegen diese Kante entschieden und beschlossen, eine glatte Trockenbauwand davorzusetzen.

[Übrigens besteht der untere Teil der Wand deshalb aus alten und neuen Ziegeln, weil dort früher das Oberlicht der Haustür war. Als wir den Hauseingang versetzt haben und die alte Haustür rausgerissen wurde, wurde die Wand an dieser Stelle zugemauert.]

Alte Wand Treppenabsatz

Als nächstes musste das Fenster mit berücksichtigt werden.

Weil die Ständerwand mit relativ großem Abstand vor das Fenster gesetzt werden musste, hätte ein normaler rechtwinkliger Fensterausschnitt viel Tageslicht weggenommen. Es hätte zu sehr nach Lichtschacht ausgesehen. Deshalb haben wir überlegt, ein schräg abfallendes Fensterbrett zu konstruieren.

Im nächsten Bild sieht man die Innendämmung der Fachwerkwand. Sie wurde für das schräge Fensterbrett etwas angeschnitten. Man sieht auch das horizontale Aluprofil in der Mitte, auf dem die Fensterschräge enden soll.
Treppenabsatz Innendämmung

Nachdem die Ständerprofile und die Innendämmung angebracht worden waren, kam noch die Glasdämmwolle in die Ständerwand.

Treppenabsatz Trockenbau

Dann wurde das Ganze mit OSB-Platten (für mehr Tragfähigkeit und als Dampfsperre) und am Ende mit Gipskartonplatten verkleidet. Das war nicht immer einfach, weil an manchen Ecken ein guter Punkt zum Festschrauben fehlte. An den Fensterlaibungen, wo OSB-Platten von der Dicke her nicht mehr hinpassten, wurde die Dampfsperre durch Folie realisiert.

Trockenbau Fenster

Es war ein bisschen Bastelarbeit, aber letztendlich halten die Platten nun ganz gut und können als nächstes verspachtelt werden.

Gipskartonplatten Treppenabsatz Fenster

Rigips Fensterschräge

Verwendetes Baumaterial:

  • UW-Bodenprofil 50er
  • CW-Ständerprofil 50er
  • Trockenbaueinfassprofile (zum Befestigen des Gipskartons am Fenster)
  • Torx-Schrauben (zum Befestigen der Profile und der OSB-Platten)
  • Trockenbau-Schrauben (zum Befestigen der Gipskartonplatten)
  • Bauplane
  • Winddichtband
  • OSB-Platten (12 mm)
  • Gipskartonplatten (12,5 mm)
  • Rockwool Speedrock II Dämmplatten aus Mineralwolle (100 mm)
  • Climowool TW1 Trennwandplatten aus Glaswolle (50 mm)

9 comments on “Trockenbau auf dem Treppenabsatz

  1. Wow da habt ihr aber geniale Arbeit geleistet! Ich finde die Idee mit der Schrägen echt super!

  2. Sunny says:

    Das ist ja eine geniale Idee ! Habe ich so noch nie gesehen. Im Grunde logisch, bei meinen Dachflächenfenstern habe ich das auch entsprechend gemacht, aber auf die Idee, das bei normalen Fenstern auch so zu regeln wäre ich nie gekommen.

    Sieht echt toll aus und eindeutig viel heller, als wenn Ihr die rechtwinklige Variante gewählt hättet.

  3. Markus says:

    Wir haben auch noch einige Wandabschnitte wo wir eine Innendämmung anbringen möchten. Welches Material habt ihr dafür verwendet? Ich habe eigentlich an Holzfaserdämmplatten gedacht bei uns.
    LG

    • Uta says:

      Hallo Markus, danke für die Frage! Ich hab jetzt unter dem Beitrag noch eine Liste mit den verwendeten Baumaterialien hinzugefügt. Es sind die Rockwool Speedrock II Dämmplatten.
      Viele Grüße!

      • Markus says:

        Auf der Herstellerseite steht ja da die Rockwool Speedrock II Dämmplatten zur Außendämmung gedacht sind. Ist da nicht die Gefahr hoch, wenn ihr so eine Starke Innendämmung wählt, das Tauwasser sich auf der Wandinnenseite bemerkbar macht und es anfängt zu schimmeln?

        • Uta says:

          Ja, der Taupunkt ist natürlich wichtig. Die Dämmplatten gibt es in vielen Stärken zu kaufen und da muss jeder selber entscheiden, welche Dämmung zu seiner Wand passt. Wir haben als Hilfe die Seite http://www.u-wert.net genutzt. Da kann man den Aufbau der eigenen Wände eingeben und sich U-Wert, Tauwasser, Trocknungsdauer, etc. berechnen lassen und mit empfohlenen Richtwerten vergleichen. Bei uns ist alles im grünen Bereich.

  4. Hallo liebe Uta, das ist aber schick geworden! Ihr seid prima Häusle(um)bauer 🙂

  5. […] Wir haben zwar den Linoleumbelag, hunderte Nägel und den Lack an einigen Stellen entfernt, aber hier ist noch Einiges zu tun, um das ursprüngliche Holz wieder freizulegen. Knifflig war auch das Zurechtbasteln vieler kleiner Gipskartonstücke, um die Wände und die Zwischendecke im Treppenhaus zu verkleiden. […]

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