Alte Dielen aufarbeiten

Wie ihr wisst, haben wir bisher bei unserer Haussanierung große Teile entkernt, entsorgt und neu gemacht. Oft konnten wir Altes nicht erhalten, weil es zum Beispiel nicht aktuellen Baustandards entsprach oder weil es abstruser Weise meist billiger ist, Neues zu kaufen als Altes zu restaurieren. Ich fand das sehr schade…

Umso glücklicher bin ich darüber, euch heute einen Bericht über die Aufarbeitung unserer alten Dielen im Obergeschoss geben zu können! Wir haben dort tatsächlich zwei Räume und den Flur, wo der ursprüngliche Fußboden noch erhalten ist. Es handelt sich um Kiefer- oder Fichtedielen, die aus der Zeit stammen, als das Haus gebaut wurde (also um 1900). Als wir das Haus übernommen haben, waren die Dielen mit der typischen Ochsenblutfarbe gestrichen. In einigen Räumen klebte noch eine Schicht Linoleum darauf. Nach dem Entfernen des Linoleums blieben hartnäckige Kleberreste auf dem Fußboden. So war der Zustand eine Zeit lang. Dann kamen durch unsere Bauarbeiten immer mehr Staub und Dreck ins Haus und schließlich war das gesamte Obergeschoss derart mit einer Schicht feinstaubigem Baustellendreck überzogen, dass wir es nur noch mit Straßenschuhen betreten haben.

[Den Zustand von Anfang 2017 sieht man in folgendem Beitrag: Baustand Obergeschoss im Januar 2017 ]

Bevor der Boden aber endlich gereinigt und aufgearbeitet werden konnte, sollten erst die Arbeiten an Wänden und Decken möglichst weit fertiggestellt sein. Dieser Punkt war für uns im März erreicht: nach vielen Arbeitsstunden im Januar und Februar mit unseren freiwilligen Helfern waren die Gipskartonarbeiten in den betroffenen Zimmern und im Flur endlich erledigt. Ein Raum war sogar schon tapeziert. Nun konnte also endlich der grobe Dreck weg. Das war für mich unfassbar, dass wir endlich so weit waren!!! 🙂 Wir hatten so lange mit der dreckigen Baustelle im Obergeschoss leben müssen, dass es schon zum Normalzustand geworden war.

Die Aufarbeitung der Dielen haben wir uns allerdings nicht selber zugetraut, sondern stattdessen den Profis überlassen. Zum Glück waren das Handwerker, bei denen man relativ zeitnah einen Termin bekommen hat, was heutzutage schon ungewöhnlich ist… 😉

Die Arbeiten haben sich über mehrere Tage hingezogen. Los ging’s am ersten Tag mit dem Bandschleifer und sehr grobem Schleifpapier, um den alten Lack zu entfernen und Unebenheiten wegzuschleifen. Im folgenden Bild sieht man auch sehr gut den Dreck von den vorigen Bauarbeiten auf dem Fußboden.

Die Staubbelastung hielt sich beim Schleifen in Grenzen, da das Gerät den Dreck gleich einsaugte.

Am zweiten Tag sahen die Dielen schon umwerfend aus. Sämtlicher Belag war abgeschliffen worden und so konnte man zum ersten Mal das pure Holz sehen.

Die Ränder und Ecken wurden mit einem Tellerschleifer bearbeitet.

Durch das Entfernen der Lackschicht beim ersten Schleifgang waren die Nagelköpfe freigelegt worden. Sie wurden mithilfe einer Nagelpistole tiefer im Fußboden versenkt, um sie bei den folgenden Schleifgängen nicht mit anzuschleifen.

Die Löcher der Nägel wurden anschließend mit Holzkitt verspachtelt, bevor mit feinerem Schleifpapier weitergeschliffen wurde.

Danach ging es an den neuen Anstrich. Als Oberflächenbehandlung haben wir uns für ein farbloses Hartwachsöl entschieden. Die farblose Variante wurde uns von den Handwerkern empfohlen, u.a. weil es sich besser ausbessern ließe, falls später Beschädigungen entstehen sollten.

Ich hatte erst zu einem honigfarbenen Öl tendiert, weil ich gern eine warme Holzfarbe erreichen wollte, aber das Endergebnis, das wir nun haben, trifft genau meine Wunschvorstellung. Von daher: alles richtig gemacht! 🙂

In dem Raum, den man im folgenden Bild sieht, hatten wir vor zwei Jahren neue Dielen verlegen lassen. Der Fußboden war seitdem unbehandelt und zum Schutz unter einer Schicht Pappe versteckt. Die neuen Dielen wurden nun bei der jetzigen Gelegenheit gleich mitbehandelt.

So sahen die 100 Jahre alten Dielen aus, nachdem das Öl getrocknet war:

Die neu geölten Dielen wurden erneut angeschliffen, nachdem sie getrocknet waren.

Anschließend wurden die Dielen ein zweites Mal gestrichen. Das war der letzte Arbeitsschritt.

Hier noch ein Blick auf das Endergebnis:

3 comments on “Alte Dielen aufarbeiten

  1. Katrin says:

    Das sieht so klasse aus und passt wunderbar zum Charakter eures Hauses, denke ich. Glückwunsch!

  2. Corina says:

    Ein wunderschöner Dielenboden😍 da kommt das teuerste Parkett nicht ran. Super!

    Schöne Ostern für Euch 🐰

  3. Kristina says:

    Wow, ich bin beeindruckt, das ist euch wirklich super gelungen.
    Mein Mann und ich restaurieren auch seit einiger Zeit einen alten Hof, in manchen Zimmern mussten wir den Boden leider rausreißen, da war nichts mehr zu machen. Wir haben aber auf http://www.rudda.at/de/parkett/dielenboden/ Dielen gefunden, die genau unseren Vorstellungen entsprachen und die sich richti gut in den alten Räumen machen.
    Alles Liebe,
    Kristina

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