Hoftor mit Türöffner und Sprechanlage

In diesem Beitrag will ich euch zeigen, wie wir uns selber eine Klingel gebastelt haben. Als wir den Hof übernommen haben, gab es gar keine Klingel. Damals waren Besucher gezwungen, ans Tor zu hämmern und zu rufen. Das war natürlich kein akzeptabler Zustand und so mussten wir uns Gedanken machen, wie man das Tor mit einem Klingelknopf ausstatten kann. Es kam nicht in Frage, die Klingel direkt am Haus zu installieren, weil sie mit einem Türöffner verbunden sein sollte. Wie man auf dem Foto unten sehen kann, ist die Tür in der Mitte des Tores und meterweit von einer Hauswand entfernt. Es sollte außerdem eine Gegensprechanlage eingebaut werden, weil der Weg von der Haustür bis zum Tor recht lang ist. Die Schwierigkeit lag also einerseits darin, die benötigte Elektrik am Tor zu verlegen und andererseits, die Signale zu verarbeiten.

Die grundsätzliche Lösungsidee bestand darin, die Gegensprechanlage und den Türöffner mit der Telefonanlage zu steuern. Beim Drücken des Klingeltasters klingelt im Haus das Telefon und wenn man den Anruf annimmt, kann man mit dem Besucher reden und ihm mit einer Tastenkombination das Tor öffnen. Bis das so funktionierte, waren ein paar Schritte notwendig, die bei der Planung schon bedacht wurden: unsere Telefonanlage verfügt über eine FTZ 123 D 1 konforme Schnittstelle, was den Anschluss etwas vereinfacht.

Hoftor innen

Als erstes wurde ein kleiner Verteilerkasten am Haus angebracht, wo das Kabel von der Telefonanlage ankommt. In diesem Kasten fanden die benötigten Trafos Platz. Von dort aus wurde ein Kabel zum Türöffner und zur Gegensprechstelle weiterverlegt. Da die Hausfassade noch nicht fertig ist, stellt der Kasten ein Provisorium dar. Später soll er in der Hauswand versenkt und nur noch eine dezente Klappe zu sehen sein.

Hoftor Elektrik

Auf der Straßenseite sehen die Besucher von der ganzen Technik nur das selbstgebaute Aluminiumgehäuse, welches Lautsprecher, Mikrofon und Klingeltaster beinhaltet. Für etwas mehr Vintage-Look wurde das Gehäuse mit Hammerschlaglack lackiert.

Klingel Hoftor Gegensprechanlage

Auf der Innenseite des Tors befindet sich hinter dem Alugehäuse eine kleine Elektronikdose, in der die Verstärker für Mikrofon und Lautsprecher untergebracht sind. Außerdem ist der Türöffner an diese Dose angeschlossen.

Türöffner Hoftor

Für die Verkabelung wurde CAT7-Kabel verwendet, das mit Nagelschellen möglichst dezent am Tor befestigt wurde. So sieht die Elektronikdose von innen aus:

Elektrik Hoftor

An der Stelle, wo die Torangeln sind, wurde hochflexibles Kabel verwendet, da das CAT7-Kabel die häufige Bewegung beim Toröffnen und -schließen nicht lange aushalten würde.

Flexibles Kabel Hoftor

Um die beiden Kabeltypen miteinander zu verbinden, wurden spezielle LSA-Kupplungen für den Außenbereich verwendet.

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Die ganze Anlage funktioniert in der Praxis recht gut. Probleme gibt es vor allem dann, wenn man wieder mal den Code für den Türöffner vergessen hat oder Besucher den Türsummer nicht begreifen. Dann rennt man wie früher im Eilschritt über den Hof… 🙂

Baufortschritt im Mai 2015

Da ich nun schon eine Weile nichts mehr über den Stand der Haussanierung geschrieben habe, möchte ich das hiermit nachholen. Wir haben im letzten Monat eher Kleinigkeiten am Haus gemacht. Hauptsächlich haben wir gewartet, dass der Estrich trocknet und dass ein Handwerker Zeit hat, die Wände zu verspachteln – was dann auch beides geklappt hat. Wir haben die Kündigung unserer Mietwohnung unterschrieben. Wir haben beim Steinmetz Granit für unsere Fensterbänke ausgesucht. Wir waren ganz oft bei Fliesenhändlern und haben trotzdem immer noch nicht alle Fliesen ausgesucht.

Beim Fliesenhändler

Fliesen aussuchen

 

Der Elektriker hat in Küche und Erdgeschossbad die Löcher für die Deckenspots gebohrt. Es war gar nicht so einfach gewesen, eine schöne und gleichmäßige Verteilung für die Spots auf der Deckenfläche zu finden, weil der Raum verwinkelt ist und auch die Deckenunterkonstruktion berücksichtigt werden musste.

Löcher für Deckenspots Küche

 

Der Hausherr hat im Hausanschlussraum die Serverschränke aufgehangen und die erste Netzwerktechnik eingebaut und verkabelt.

Serverschränke im HA-Raum

 

Als in unserem lokalen Baumarkt eine der ab und zu stattfindenden 20%-Rabatt-Aktionen war, haben wir Gipskarton- und OSB-Platten für den Trockenbau im Kinderzimmer gekauft. Das wollen wir nämlich in Eigenleistung machen.

Gipskartonplatten im Transporter

 

Wir haben ein bisschen am Treppengeländer geschliffen, um zu sehen, wie es geht.

Treppengeländer Farbe

 

Die Teile für unseren Eigenbau-Wäscheschacht wurden geliefert. Es sind Rohre mit 30 cm Durchmesser. Wenn man daneben steht, kommt man sich vor wie Super Mario. 😉 Das beantwortet auch die Frage der besorgten Oma: ja, da kann ein Kind durchfallen. Es gibt aber dazu einen Deckel mit Schlüssel.

Rohre Wäscheschacht

 

Und zum Schluss noch ein ärgerliches Thema: die TEN Thüringer Energienetze GmbH fand unseren Gasanschluss nicht regelkonform, weil die Wandhalterung beim Verputzen der Wand mit eingeputzt worden war. Also war der Bauherr gezwungen, den neuen Putz aufzuklopfen, um die Halterung freizulegen und sie anschließend AUF DEM PUTZ wieder anzubringen. Das hat zum Glück aber auch geklappt.

Gasanschluss Putz

Korrekte Wandhalter Gasanschluss

Elektrizität in der Scheune

Seit die Stromleitungen im Haus neu gemacht worden sind und dabei alte Leitungen zurückgebaut wurden, waren die Scheune und die Nebengebäude ohne Strom. Dort waren alle Steckdosen und Lampen tot. Auch die Hofbeleuchtung ging seitdem nicht mehr. Nun hatten wir uns entschieden, Geld in neue Leitungen zu investieren, und unser Elektriker hat die Nebengebäude wieder ans Stromnetz angeschlossen. In der Scheune wurde außerdem ein Sicherungskasten installiert.

Stromleitungen Scheune

Stromkasten Scheune

Die Satellitenschüssel ist auf dem Dach

Vor drei Wochen hat unser Elektriker bei schönem Aprilwetter die Sat-Anlage auf dem Dach installiert. Wir hatten extra eine rote Satellitenschüssel gekauft, damit sie vor dem roten Dach optisch getarnt ist. Nun ist sie aber eher vor dem Himmel zu sehen… hm… naja 🙂

Elektriker installiert Schüssel

An der Halterung wurde auch gleich die WDSL-Antenne mitbefestigt. Wir haben jetzt theoretisch also bereits Internet.

Sat-Anlage und WDSL

Es ist eine Sat-Anlage mit Quattro-LNB, wem das was sagt…

Satellitenschüssel Bauernhof

… und mit Multiswitch. Der Switch hat 12 Ausgänge für Fernseher im ganzen Haus. Auf den Kabeln sieht man schon, in welchen Zimmern Fernsehanschlüsse vorgesehen sind: Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer … also eigentlich überall. Ganz schön ungewohnt. Ich lebe bisher mit einem einzigen Fernseher. 🙂

Multiswitch

Lichtschalter aussuchen

Ich hätte diesen Beitrag auch “Qual der Wahl” nennen können. Aber der ganze Hausbau ist ja eine Aufeinanderfolge von mühsamen Entscheidungen… Einer unserer aktuellen Gehirnknoten ist das Thema Lichtschalter und Steckdosen. Bis vor kurzem hätte ich noch gesagt “alles klar, wir nehmen Weiße aus Kunststoff”. 😀 Denn meine Wunsch-Schalter kann ich mir sowieso nicht leisten – Retro-Lichtschalter von Replicata. <3

Serie 1950 by ReplicataQuelle: http://www.lichtschalter-und-steckdosen.de

Deshalb müssen ganz normale Standard-Lichtschalter her, dachte ich, und habe dabei völlig das riesige Produktsortiment unterschätzt, das es auf dem Markt gibt. Wir müssen aber nicht im örtlichen Baumarkt welche aussuchen, sondern unser Elektriker hat uns freundlicherweise zwei Koffer mit Schaltern zur Ansicht mitgegeben. So können wir uns in Ruhe zuhause entscheiden. Wir sind zumindest schon so weit, dass es welche von der Firma Busch-Jaeger sein sollen. Die beiden Finalisten unseres Schalter-Castings sind auch auf dem folgenden Foto mit dabei. Mehr will ich aber noch nicht verraten. 😉

Schalter-Auswahl von Busch-Jaeger

Elektroinstallation im Treppenhaus

Was die Beleuchtung im Treppenhaus angeht, war mir schon immer klar, dass ich gern LEDs zur Beleuchtung der Treppenstufen hätte. Das finde ich schick und praktisch. Als es dann um die konkrete Umsetzung ging, habe ich mich von diesem Beitrag im Blog “Ein neues Haus …” inspirieren lassen. Die Anordnung und Anzahl der Spots, die man dort auf den Fotos sieht, erschienen mir harmonisch und zweckmäßig. Also haben wir es bei der Elektroinstallation genauso gemacht: jede dritte Treppenstufe bekommt ein Lämpchen. Man kann schon erahnen, wie es mal aussehen wird. Es sind vier Spots auf dem ersten Treppenabschnitt und drei auf dem zweiten Abschnitt.

Dosen der Spots im Treppenhaus

Zusätzlich werden Wandlampen auf Kopfhöhe installiert. Diese haben etwas größere Abstände als die Spots. Es werden drei Leuchten auf dem ersten Abschnitt und zwei Stück auf dem zweiten angebracht.

Elektroinstallation im Treppenhaus

Großes Kopfzerbrechen hat uns die Steuerung der Lampen bereitet. Welche Lampen sollen mit Bewegungsmeldern an- und ausgeschaltet werden und welche mit Schaltern? Wo sollen sich die Schalter und Bewegungsmelder befinden? Was ist, wenn man trotz Bewegungsmelder nachts lieber im Dunkeln herumlaufen möchte? Kann man den Bewegungsmelder so installieren, dass eine Katze ihn nicht auslöst?

Das Konzept sieht jetzt so aus, dass die LED-Spots von einem Bewegungsmelder geschaltet werden, der auf dem Treppenabsatz in der Mitte der Treppe sein soll. Die Wandlampen sollen manuell mit Schaltern bedient werden, die sich am Anfang und am Ende der Treppe befinden. Außerdem wird über dem Treppenabsatz eine Deckenlampe installiert.

Elektroinstallation im Erdgeschoss

Seit Anfang März hatten wir den Elektriker fast jeden Tag auf der Baustelle. In dieser Zeit wurde im Erdgeschoss fast die ganze Elektroinstallation gemacht. Es wurden Kabel durch die Decke verlegt, Kabelkanäle in die Wände geschlitzt und ausgestemmt sowie Löcher für die Unterputzdosen gebohrt. Alle im Erdgeschoss installierten Stromkabel führen zum Unterverteiler, der sich im Eingang befindet. Das Obergeschoss bekommt einen eigenen Stromkasten.

Kabelmaterial

Hier wurden gerade Kabelrollen angeliefert:

Kabelrollen Lieferung

Es wurde entschieden, alle Kabel durch die Decke zu verlegen. An den Stellen, wo später Steckdosen, Schalter oder Lampen installiert werden sollen, mussten Kanäle senkrecht mit einer Schlitzfräse in die Wände geschnitten werden, um dort die Kabel nach unten zu ziehen.

Kabelkanäle fräsen

Löcher für Dosen bohren

 

Dass es hier in Zukunft spannend wird, sieht man schon an der Anzahl der Kabel und Dosen in der Ecke – der zukünftige Fernsehplatz im Wohnzimmer:

Elektroinstallation Wohnzimmer

In der Küche gab es natürlich auch viele Dosen zu verbauen. Die pinken Stellen an der Decke sind Markierungen für die noch zu installierenden Deckenspots.

Elektroinstallation Küche

Die Erdgeschosskabel sammeln sich an der Stelle, wo später der Stromkasten hängen soll.

Erdgeschoss Stromkabel

Bei den Kabeln wurden verschiedene Farben verwendet: grau und schwarz für Strom und weiße Coaxial-Kabel für TV. Die orangen (Internet, Telefon) und grünen (Hausbus, Stichwort “Smart Home”) Kabel sind Cat-7a-Kabel. Es wurde ein Hausbuskabel zu jeder Lichtschaltergruppe verlegt, damit dort später statt der Schalter Bedienelemente wie z.B. Displays eingebaut werden können. Zusätzlich wurden an ausgewählten Stellen Audiokabel verlegt, um später Lautsprecher zu installieren.

Stromkabel in der Decke

Es wurden auch schon Kabel auf den Hof gelegt, damit sowohl die Nebengebäude als auch das Hoftor (Klingel, Gegensprechanlage) Strom bekommen.

Stromkabel Hoftor