Wäscheschacht bauen

Eines der schwierigsten Themen bei unserem Bauprojekt war die Umsetzung des Wäscheschachtes, weil bisher niemand aus unserem Bauteam Erfahrung mit sowas hatte. Und weil keiner so richtig wusste, wie man den Schacht am besten realisiert, wurde diese Aufgabe lange verschoben. Nun ist er endlich fertig und ich kann euch zeigen, wie er gebaut wurde. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Bauherren, der vor einer ähnlichen Aufgabe steht…

1. Als Erstes benötigt man Rohre. Gut geeignet sind KG-Rohre. Sie werden normalerweise für die Abwasserentsorgung verwendet. Wir haben welche mit 300 mm Innendurchmesser gekauft. Diese Größe reicht völlig aus, um Kleidung durchrutschen zu lassen. Wahrscheinlich würden sogar kleinere Durchmesser diesen Zweck erfüllen. Zu den Rohren gibt es auch passende Bögen in verschieden großen Winkeln. Die erste Schwierigkeit besteht nun darin, herauszufinden, wie lang der Wäscheschacht werden soll und welche Biegung er haben wird. Dementsprechend muss man die passenden Rohrstücke kaufen. Weil uns diese Denksportaufgabe zu knifflig war, haben wir uns mit verschiedenen Rohrteilen eingedeckt und es dann einfach auf der Baustelle ausprobiert. Bei uns ergaben zwei aneinandergesetzte 30°-Winkel genau die richtige Biegung.
Rohre Wäscheschacht

2. Damit die Wäsche in das untere Stockwerk fallen kann, muss in den Boden ein passendes Loch für das Rohr geschnitten werden. Bei uns musste dafür sogar ein Stück der Gewölbedecke, die sich darunter befindet, rausgerissen werden. Außerdem musste eine Maueröffnung in die Badezimmerwand im Erdgeschoss gemacht werden, wo der Ausgang des Rohres sein soll.
Loch für Wäscheschacht

Rohbau Bad

3. Die Rohrteile können dann zu einem passenden Schacht zusammengebaut und in die Decke bzw. Wand eingesetzt werden. Am unteren Ende kann das überstehende Rohr parallel zur Wand abgeschnitten werden.
Blick in Wäscheschacht
Wäscheschacht im Boden

4. Die Öffnungen in Decke und Wand werden anschließend mit Beton wieder aufgefüllt. Somit ist auch der Wäscheschacht einbetoniert und richtig fest. Vor dem Betongießen muss eine passende Verschalung gebaut werden. Da wir wie gesagt eine Gewölbedecke haben, musste die Verschalung sogar bogenförmig sein.
Bogenförmige Verschalung

5. Als nächstes die Verschalungen für den Beton richtig dicht und fest an Wand und Decke anbringen.
Wäscheschacht Verschalung unten
Verschalung abdichten
Decken Verschalung

6. Dann das Rohr in der Decke und der Wand einbetonieren.
Beton Decke
Wäscheschacht einbetoniert

7. Beton trocknen lassen und anschließend Verschalungen abnehmen.

Wäscheschacht Ausgang

8. Zum Schluss einen Auffangbehälter ans untere Ende des Wäscheschachtes stellen und oben einen Deckel anbringen. Passende Deckel in verschiedenen Formen und Farben gibts im (Online-)Handel. Wir haben uns für einen runden, weißen mit Schloss entschieden. Momentan ragt der Schacht noch verloren in unser Obergeschossbad rein, aber er wird später mit Trockenbau passend ins Bad integriert.
Eingang Wäscheschacht

Ich hoffe, der Beitrag war hilfreich. Falls noch Fragen offen geblieben sind oder ihr Tipps und Anmerkungen beisteuern möchtet, dann würde ich mich über Kommentare freuen!

Der Estrich wurde gegossen

Der Fußboden im Erdgeschoss hat nun endlich seine Zielhöhe erreicht, denn vorletzte Woche wurde der Estrich von einer Spezialfirma ins Haus gepumpt. Von der Fußbodenheizung ist nun also nichts mehr zu sehen. Nachdem der Boden eine Woche lang getrocknet war, konnten wir ihn zum ersten Mal begehen und die finalen Raum-, Tür- und Fensterhöhen auf uns wirken lassen. Ich war sehr gespannt darauf.

Estrich und Fachwerk

Irgendwie ist die frohe Stimmung bei der Besichtigung auf unseren Kleinen übergegangen und er ist fußballspielend durch alle Räume gelaufen. Dabei hat er ausgelassen gequietscht vor Freude. 🙂 Wahrscheinlich fand er das Echo lustig. Ich fand es interessant, dass er sich so wohl gefühlt hat, denn früher ist er gar nicht gern ins Haus gegangen, als noch kalter Winter war und das Erdgeschoss entkernt war.

Kind spielt auf Estrich

Im folgenden Bild sieht man den aktuellen Stand des Eingangsbereichs. Der Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung ist nun dank Abdeckung in der Wand verschwunden.

Estrich im Eingang

Irgendjemand von den Fachkräften kam auf die Idee, zwei riesige Nägel in unser Treppengeländer zu schlagen und eine Lampe daran aufzuhängen. Sehr ärgerlich. Das Geländer hat schon genug Schäden, die wir noch ausbessern müssen.

Estrich Treppe

Als nächstes warten wir nun darauf, dass von unserem Energieversorger ein Gaszähler installiert wird. Diesen haben wir bereits beantragt. Dann kann die Heizung in Betrieb genommen und der Fußboden aufgeheizt werden, damit der Estrich trocknet und aushärtet.

Neue Zimmerdecke eingebaut

Ich muss zugeben, die folgenden Bilder sind schon mehrere Wochen alt. Man sieht hier die Arbeiten an der neuen Zimmerdecke zwischen Erdgeschoss- und Obergeschossbad. Über den Abriss der alten Decke hatte ich ja bereits berichtet. Ich wollte eigentlich mit diesem Beitrag so lange warten, bis der Boden fertig ist, aber nun hat sich in dieser Ecke schon lange nichts mehr getan. Also los geht’s…

An den Balken, die die Zimmerleute im Januar eingebaut hatten, sind mittlerweile Latten und darauf Bretter befestigt worden, um den Boden zu schließen. So sieht das zukünftige Obergeschossbad nun aus:

Holzboden

Neuer Boden

Unter diesem Bretterboden wurden die Abwasserrohre installiert, passend zu unserer Badplanung. Im folgenden Bild sieht man den Abfluss der zukünftigen Dusche.

Abwasserrohr

Vom Erdgeschossbad aus konnte man sehen, wie die Rohre befestigt sind:

Abwasserrohre befestigen

Jetzt beim Rohbau musste schon das Loch für unseren zukünftigen Wäscheschacht vorgesehen werden. Dazu wurde ein Durchbruch durch die darunter liegende Gewölbedecke gemacht. Hier soll in Zukunft die Dreckwäsche vom Obergeschoss nach unten zur Waschmaschine rutschen.

Loch für Wäscheschacht

Der neue Raum im Anbau

Nachdem der Abriss im Anbau fertig war und der Boden dort neu gegossen worden war (davon habe ich leider keine Fotos), konnte unser Hausanschlussraum entstehen. Dafür wurde der hintere Teil mit einer Mauer abgetrennt. Der vordere Teil soll als Garage dienen.

Mauer im Anbau

Im Hausanschlussraum wurde als erstes der Schornstein für die Heizung gemauert. Außerdem wurde der Zählerkasten montiert. Dann musste noch der alte Putz von den Wänden entfernt werden, weil er bereits bröckelte.

Hausanschlussraum unverputzt

Als nächstes konnte alles neu verputzt werden.

Verputzen der neuen Wand

Verputzen

Um die alten Wände verputzen zu können, musste der Stromkasten noch einmal von der Wand abgenommen werden. Er wurde deshalb an einer behelfsmäßigen Holzkonstruktion aufgehangen. Außerdem wurde eine Tür eingebaut.

Türeinbau im HA-Raum

Der Schornstein ist nun fertig vorbereitet für die Heizung.

Schornstein HA-Raum

Und so sieht momentan die zukünftige Garage mit Zugang zum Hausanschlussraum aus:

Garage

 

 

Abriss einer kompletten Zimmerdecke

Wie ich gestern bereits geschrieben hatte, gab es im Obergeschoss Probleme mit einer feuchten Badwand. In dem darunterliegenden Raum im Erdgeschoss war die Wand ebenfalls feucht. Hier war früher vermutet worden, dass Wasser aus dem Boden nach oben in die Wand drückt. Deshalb hatte der Vorbesitzer eine Horizontalsperre in die Mauer einbringen lassen, wie man an den Bohrungen an der Wand erkennen kann. Wir hatten jetzt beschlossen, den Zustand der Mauer genauer zu untersuchen. Man konnte von außen erahnen, dass es sich um eine Wand mit Hohlraum handeln musste, da sie extrem dick war. An der Fensterlaibung konnte man die Tiefe der Wand erkennen.

Erdgeschoss Bad

Also sollte die innere, nicht tragende Wandschicht weggerissen werden. Nach dem Aufreißen der Wand sah man dann überraschenderweise, dass sie sogar aus drei Schichten bestand! Indem wir die beiden vorgebauten Mauern wegreißen ließen, konnten wir ganze 40 cm Tiefe an Platz gewinnen und somit den Raum vergrößern. Und wir fanden auch die Ursache für das Feuchteproblem. Wie im oberen Bild zu sehen ist, lief ein Abwasserrohr durch die Wand. Dieses war an einigen Stellen einfach lückenhaft… kein Wunder, dass Wasser ins Mauerwerk gelaufen ist! Wir sind wirklich froh, dass wir das gefunden haben.

Wandschichten

Bevor die Mauer noch weiter abgerissen wurde, ging es erstmal der Decke an den Kragen. Wie bereits gesagt, waren die Balken durch den Feuchteschaden im darüberliegenden Badezimmer morsch und mussten entfernt werden. Deshalb musste hier die gesamte Decke abgerissen werden, bevor neue Deckenbalken von den Zimmerleuten eingesetzt werden konnten.

Gerüst im Bad

Abriss Decke Bad

So sah der Raum dann ohne Decke aus:

Deckenabriss

Und so sah es im Obergeschoss nach dem Abriss aus:

Zimmer ohne Decke von oben

Badezimmer Abriss

Dann wurden von den Zimmerleuten neue Deckenbalken eingebaut.

Zimmerleute bauen Deckenbalken ein

Und so sah schließlich das Ergebnis mit den neuen Balken aus:

Neue Balken im Bad

Badezimmer Balken

Badezimmer neue Deckenbalken

Die letzten Maurerarbeiten im Erdgeschoss

In den letzten Wochen wurde wieder fleißig gemauert. Den alten Hauseingang gibt es nun endgültig nicht mehr. An der Stelle, wo die neue Haustür später hinkommen soll, wurde eine Bautür eingesetzt. Es ist gut, dass das Haus nun wieder abgeschlossen ist.

Zugemauerter Eingang und Bautür

Zwischen Wohnzimmer und Küche wurden die Balken ausgefacht. Somit sind die beiden Räume nun komplett getrennt.

Ausfachung Wohnzimmer

Ausfachung Küche

Fachwerk Wohnzimmer

Und so sieht das Ergebnis aus – einmal vom Wohnzimmer aus…

Fertiger Rohbau Wohnzimmer

… und einmal von der Küche aus. Auf beiden Seiten sollen nur die Gefache verputzt werden, damit die Balken sichtbar bleiben. Im Bild unten sieht man die Ecke der Küche, in der zukünftig der Esstisch stehen soll. Durch die Tür hat man sehr schön das Hoftor im Blick.

Rohbau Fachwerk Küche

Unser erster neuer Schornstein

Der Schornstein für unseren Kamin wurde im Laufe der letzten Wochen fertiggestellt. Es ist ein einzügiger Schornstein mit Lüftung. Ich habe ein paar Bilder für euch zusammengestellt, die den Bau dokumentieren.

Das folgende Bild wurde im Obergeschoss aufgenommen. Der alte Schornstein, der sich an derselben Stelle befand, wurde vorher abgerissen.

Schornstein im Obergeschoss

Auf dem Dachboden befindet sich die Reinigungsklappe des Schornsteins. Der Schornsteinfeger muss also später nicht auf das Dach klettern, sondern kann seine Arbeit vom Dachboden aus erledigen. Diese Variante ist einfacher, als ein Dachfenster und Dachstufen zu installieren.

Schornstein Reinigungsklappe

Bevor der Schornstein auf dem Dach fertig gebaut werden konnte, wurden Bretter zur Sicherheit angebracht, falls jemand abrutscht.

Schornstein auf dem Dach mauern

Vom Dach aus hat man einen tollen Blick über das ganze Dorf und auf den eigenen Hof.

Bohrmaschine über den Dächern

Scheune und Hof von oben

Da die Verkleidung nicht direkt in den Schornstein genagelt werden darf, wurde eine Holzverschalung um den Schornstein befestigt, ohne diesen anzubohren. (Der Schornstein ist in Wirklichkeit kerzengerade und hat nur durch das Foto so eine Krümmung bekommen 😉 ).

Holzverschalung Schornstein

Zu guter Letzt wurde der Schornstein mit Schieferschindeln verkleidet.

Schornstein mit Schindeln verkleiden

Dach und Schornstein

Neue Erdgeschosswände

In der ersten Januarwoche wurden im Erdgeschoss die neuen Wände hochgemauert. Es war für uns super spannend, das Ergebnis zu sehen und zum ersten Mal die Räume zu betreten, die wir auf dem Papier entworfen hatten! Trotz guter Planung hat man natürlich Zweifel, ob in der Realität alles so wirkt, wie man es sich vorgestellt hat. Ist das Wohnzimmer zu groß? Ist das Erdgeschossbad zu klein? Ist die Küche groß genug? Wie winzig ist der Abstellraum unter der Treppe wirklich?

Rohbau Flur

Im Bild oben sieht man den Blick in das Wohnzimmer links und die Küche rechts. Der Wohnzimmereingang ist nicht rechtwinklig zu den restlichen Wänden. Wir haben das so entworfen, um dem Flur seine kantigen Ecken zu nehmen. In die Türöffnung soll eine zweiflügelige Tür, deshalb ist sie so breit.

Um die Frage vom Anfang zu beantworten: das Wohnzimmer wirkt nicht zu groß. 🙂 Laut Plan ist es ca. 48 qm groß, weshalb wir Bedenken hatten, es könne ungemütlich wie ein Saal werden. Aber wenn man durch läuft, ist es kleiner als ich es mir vorgestellt hatte. Das wird bestimmt schön – mit Parkett, Kamin und einem richtig großen Esstisch!

Wohnzimmer Rohbau

Wohnzimmer Rohbau

Das Fachwerk zwischen Küche und Wohnzimmer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgefacht (siehe oben). Stattdessen hatte sich noch ein anderes Problem ergeben. Die ursprünglich bogenförmigen Fensterstürze waren anno dazumal nicht gut gemauert worden und so bröselte dort mittlerweile schon der Putz herunter. Nachdem das bemerkt worden war, mussten von allen zehn Erdgeschossfenstern die Stürze neu gemauert werden. Das gleiche galt für die Fensterbänke. Das war ein unerwarteter Zusatzaufwand, aber nun ist wieder alles solide.

Gemauerte Fensterstürze

Mauern mauern

Nun ist es passiert… aus unserer Erdgeschosshalle wurden einzelne Räume! Die Bauleute haben die neuen Wände hochgezogen. Die Baustoffe waren bereits vor Weihnachten geliefert worden.

So sehen Mauern aus, wenn sie noch verpackt sind:

Poroton Ziegel

Und das hier sind zwei Packungen Schornstein:

Schornstein verpackt

Vor dem Mauern wurden Bitumenbahnen als Horizontalsperre unter der ersten Steinreihe ausgelegt. Auf dem folgenden Bild sieht man deshalb schon, wo die zukünftigen Wände stehen sollen.

Horizontalsperre

Eine zweite Horizontalsperre wurde zwischen der zweiten und dritten Ziegelreihe eingefügt. Hier sieht man die Wand, die zukünftig das Gästezimmer vom Wohnzimmer trennt:

Wände mauern Erdgeschoss

Der Schornstein für den Wohnzimmerkamin wurde auch bereits im Erdgeschoss fertig gemauert. Am Anfang hat man davon nur das Abwasserrohr für das Kondenswasser gesehen.

Schornstein Abwasser

Zwischen Weihnachten und Silvester war dann schon die Mauer vom Erdgeschossbad fertig.

Mauer Erdgeschoss Bad

Demnächst gibt’s dann weitere Fotos von den Rohbauräumen…