Abriss von Flurwänden im Obergeschoss

Bei der Umgestaltung des Obergeschosses hatten wir geplant, den Flur zu verkürzen. Ursprünglich ging der Flur fast über die gesamte Hauslänge, was natürlich sehr großzügig wirkte. Wir fanden es aber schade um den Platz, da man den Flur nicht nutzen kann. Wir wollten stattdessen mehr Wohnraum. Die Lösung war für uns, die beiden Räume, die ursprünglich links und rechts am Ende des Flurs waren, miteinander zu verbinden. Im folgenden Bild sieht man rot markiert, welche Wände dafür weggerissen werden mussten, und blau markiert, wo neue Wände eingebaut werden.

Im Endergebnis soll ein großer Raum an der Giebelseite entstehen, den wir zukünftig vielfältig nutzen wollen als Büro, Elektronikwerkstatt, Musikzimmer und Zweitfernsehplatz. Ich denke, wir werden in diesem Raum viel Zeit verbringen. 🙂 Nebenbei bemerkt ist es der einzige Raum im Haus, von dem man sowohl einen Blick auf die Straße und den Fluss als auch auf den Hof hat. Außerdem ist er relativ hell, da er morgens, mittags und abends Sonnenlicht bekommt.

Obergeschoss UmbauDie beiden alten Kachelöfen, die bisher im Obergeschoss gestanden hatten, waren nun plötzlich im Weg und hätten umgesetzt werden müssen. Der Ofenbauer, der zur Begutachtung bestellt worden war, musste leider feststellen, dass beide Öfen nicht mehr benutzbar waren. Eine Restaurierung hätte pro Stück bis zu 2.000 Euro gekostet und danach hätte man erst noch einen Schornsteinfeger finden müssen, der alle Augen zugedrückt und beide Kachelöfen abgenommen hätte, denn heutzutage sind Öfen mit gemauerten Brennräumen nicht mehr zugelassen. Da uns die Restaurierung zu teuer war und sich auf die Schnelle niemand fand, der sie haben wollte, haben wir die Kachelöfen schweren Herzens mit dem anderen Bauschutt entsorgen lassen. 🙁

Kachelöfen

Hinter dem grünen Kachelofen fand sich noch eine alte Schachtel. Darin war nichts mehr außer ein paar DDR-Mark.

Alte Schachtel

Ungünstigerweise war genau an einer der abzureißenden Wände der Stromkasten installiert. Er musste also abgebaut werden. Unser Elektriker hatte deshalb die Zuleitung abgeklemmt und den Zähler ausgebaut. Der neue Stromkasten ist im zukünftigen Hausanschlussraum im Anbau installiert. Momentan gibt es dort nur Baustrom. Im restlichen Haus sind die Leitungen tot und können zurückgebaut werden.

Früherer Stromkasten

Beim Abriss der beiden Mauern kamen wieder Hammer und Kettensäge zum Einsatz. Es handelte sich um Fachwerkwände.

Abriss Flur Obergeschoss

Abriss mit Kettensäge

Mit der Baggerschaufel wurde der Schutt gleich vom Obergeschoss in den Anhänger befördert. Das Abrissholz wurde vor der Scheune zum Sägen abgeladen.

Bagger für Bauschutt

In der Scheune musste der Hausherr dann stundenlang mit der Kreissäge die Balken und Bretter vom Abriss zu Brennholz zersägen. Das Sägeblatt war dafür extra frisch geschärft worden.

Kreissäge in der Scheune

Auch im Hof wurde fleißig gesägt. Die Zimmerleute arbeiteten unter freiem Himmel an den Stütz- und Deckenbalken für das neue Zimmer. Die weggerissenen Flurwände waren nämlich tragend gewesen und mussten durch Balken ersetzt werden.

Zimmerleute arbeiten auf dem Hof

So sah der Flur dann mit den fehlenden Wänden aus:

Abriss der Flurwände

Hier sieht man die tragenden Balken, die die Zimmerleute eingebaut haben. Die Deckenbalken werden auch noch ein Stück zu sehen sein, wenn die Decke abgehangen wurde. Man sieht in dem Foto auch, dass ein Durchgang, der zwischen den beiden Zimmern vorhanden war, zugemauert wurde.

Zimmermannsarbeit

Im letzten Foto sieht man die gesamte Länge des künftigen Arbeitszimmers.

Künftiges Arbeitszimmer

Abriss einer kompletten Zimmerdecke

Wie ich gestern bereits geschrieben hatte, gab es im Obergeschoss Probleme mit einer feuchten Badwand. In dem darunterliegenden Raum im Erdgeschoss war die Wand ebenfalls feucht. Hier war früher vermutet worden, dass Wasser aus dem Boden nach oben in die Wand drückt. Deshalb hatte der Vorbesitzer eine Horizontalsperre in die Mauer einbringen lassen, wie man an den Bohrungen an der Wand erkennen kann. Wir hatten jetzt beschlossen, den Zustand der Mauer genauer zu untersuchen. Man konnte von außen erahnen, dass es sich um eine Wand mit Hohlraum handeln musste, da sie extrem dick war. An der Fensterlaibung konnte man die Tiefe der Wand erkennen.

Erdgeschoss Bad

Also sollte die innere, nicht tragende Wandschicht weggerissen werden. Nach dem Aufreißen der Wand sah man dann überraschenderweise, dass sie sogar aus drei Schichten bestand! Indem wir die beiden vorgebauten Mauern wegreißen ließen, konnten wir ganze 40 cm Tiefe an Platz gewinnen und somit den Raum vergrößern. Und wir fanden auch die Ursache für das Feuchteproblem. Wie im oberen Bild zu sehen ist, lief ein Abwasserrohr durch die Wand. Dieses war an einigen Stellen einfach lückenhaft… kein Wunder, dass Wasser ins Mauerwerk gelaufen ist! Wir sind wirklich froh, dass wir das gefunden haben.

Wandschichten

Bevor die Mauer noch weiter abgerissen wurde, ging es erstmal der Decke an den Kragen. Wie bereits gesagt, waren die Balken durch den Feuchteschaden im darüberliegenden Badezimmer morsch und mussten entfernt werden. Deshalb musste hier die gesamte Decke abgerissen werden, bevor neue Deckenbalken von den Zimmerleuten eingesetzt werden konnten.

Gerüst im Bad

Abriss Decke Bad

So sah der Raum dann ohne Decke aus:

Deckenabriss

Und so sah es im Obergeschoss nach dem Abriss aus:

Zimmer ohne Decke von oben

Badezimmer Abriss

Dann wurden von den Zimmerleuten neue Deckenbalken eingebaut.

Zimmerleute bauen Deckenbalken ein

Und so sah schließlich das Ergebnis mit den neuen Balken aus:

Neue Balken im Bad

Badezimmer Balken

Badezimmer neue Deckenbalken

Raus mit den morschen Badwänden

Da der Rohbau im Erdgeschoss nun schon fast fertig ist, hat das Bauteam mit dem Abriss im Obergeschoss weitergemacht. Dort war besonders das alte Bad eine Problemzone. Schon nach den ersten Bad-Abrissarbeiten im letzten Sommer hatten wir festgestellt, dass die Wandbalken hinter der Badewanne morsch waren. Dort war Wasser ausgelaufen. Auch das Holz im Fußboden war betroffen.

Unter dem Fußboden fand sich ein circa 30 cm tiefer Hohlraum, erst danach kam die Gewölbedecke des darunterliegenden Raumes. Auf dieser Decke stehend, konnte man dann den Holzboden herausreißen.

Morsche Balken im Bad

Im folgenden Bild sieht man die Reste der Wand, die früher das WC-Räumchen vom Bad getrennt hat. Diese und die dahinter zu sehende Wand mussten auch abgerissen werden, damit das zukünftige Bad etwas großzügiger werden kann.

Alte Balken im Bad

Diese Balken konnten natürlich wieder nicht einfach so abgerissen werden, da es sich um tragende Wände handelte. Deshalb wurde hier – wie auch schon im Erdgeschoss – ein Statikkonzept vom Zimmermann erarbeitet.

Abriss Toilettenraum

So sah der Raum dann aus, nachdem beide Wände entfernt worden waren:

Abriss im Bad

Dann wurde parallel auch schon die Wand abgerissen, die den Feuchteschaden hatte. Das Ziel war, sämtliche Balken, die nicht mehr brauchbar waren, durch Neue zu ersetzen. Die folgenden drei Bilder wurden vom Anbau aus aufgenommen, wo unsere Mühle steht. Durch das Loch in der Wand sieht man das Badezimmer.

Wandabriss zwischen Haus und Anbau

Man sieht hier sehr gut den Höhenunterschied zwischen dem Fußboden im Haus und dem Raum im Anbau.

Abriss Badwand

Wir haben uns nun schon an den Anblick gewöhnt, wenn jemand mit Kettensäge unser Haus ansägt. 😀 Hier wurden die alten Balken herausgeschnitten.

Wandabriss mit Kettensäge

Die Zimmerleute haben vor Ort die fehlenden Stützbalken zugeschnitten und eingebaut, sodass die Statik wieder abgesichert war.

Zimmerleute

Dank den tragenden Deckenbalken müssen in Zukunft keine Pfeiler mehr mitten im Raum stehen, sondern es reicht, dass die Stützbalken links und rechts außen an der Wand stehen. Wenn wir von diesem Raum also wieder (wie früher nur anders) einen Toiletten- und einen Abstellraum abtrennen werden, können wir das mit einfachen Trockenbauwänden machen.

Zimmermannsarbeit mit Laser

Schließlich wurden auch noch alle Fußbodenbalken herausgesägt. Dann war das alte Bad wirklich vollständig entkernt.

Fußboden Balken Abriss

 

Die letzten Maurerarbeiten im Erdgeschoss

In den letzten Wochen wurde wieder fleißig gemauert. Den alten Hauseingang gibt es nun endgültig nicht mehr. An der Stelle, wo die neue Haustür später hinkommen soll, wurde eine Bautür eingesetzt. Es ist gut, dass das Haus nun wieder abgeschlossen ist.

Zugemauerter Eingang und Bautür

Zwischen Wohnzimmer und Küche wurden die Balken ausgefacht. Somit sind die beiden Räume nun komplett getrennt.

Ausfachung Wohnzimmer

Ausfachung Küche

Fachwerk Wohnzimmer

Und so sieht das Ergebnis aus – einmal vom Wohnzimmer aus…

Fertiger Rohbau Wohnzimmer

… und einmal von der Küche aus. Auf beiden Seiten sollen nur die Gefache verputzt werden, damit die Balken sichtbar bleiben. Im Bild unten sieht man die Ecke der Küche, in der zukünftig der Esstisch stehen soll. Durch die Tür hat man sehr schön das Hoftor im Blick.

Rohbau Fachwerk Küche

Neues Fachwerk

Im Erdgeschoss wurde letzte Woche Holzfachwerk eingebaut. Die benötigten Balken wurden aus Schichtholz passend für uns gefertigt. Am beeindruckendsten ist der 11 Meter lange Deckenbalken, der das Haus fast auf der gesamten Länge mitträgt. Wir sind froh, dass er durch eine Tür ins Haus eingefädelt werden konnte. Ansonsten hätten wir ein Problem gehabt. 😉

Fachwerk und Fundament

An seinen Enden liegt der Deckenbalken auf dem Beton auf, der zu diesem Zweck in den Wänden gegossen wurde.

Deckenbalken

Ich finde den Charme, den die Holzbalken versprühen, ganz wunderbar. 🙂 Ihr Hauptzweck ist aber die Statik und nicht die Zierde. Endlich steht das Haus wieder auf einer soliden Basis. Das Obergeschoss hing nämlich seit Jahren wegen fehlender Wände um 5 cm durch! Nun wurde es wieder angehoben.

Erdgeschoss mit und ohne FachwerkIm Bild sieht man die gesamte Zimmermannsarbeit. Der linke Teil ist eine zukünftige Wand und soll komplett ausgefacht werden. Das rechte Stück Fachwerk bleibt offen und steht im zukünftigen Wohnzimmer. Wir hätten diesen Teil gern weggelassen, da die Balken den Wohnzimmerplan stören, aber es führte einfach kein Weg an einer Stütze vorbei. Da müssen wir uns wohl beim Einrichten noch Gedanken machen, wie wir das Fachwerk sinnvoll ins Wohnzimmer integrieren.

Das große Abriss-Finale

Seit letzter Woche haben wir neue Bauarbeiter im Haus. Was die innerhalb von zwei Tagen schon geschafft haben, will ich euch mit ein paar Handy-Schnappschüssen zeigen.

Freitag, 28. November 2014: Schornsteinabriss und Entfernen der Stützbalken im Erdgeschoss

Für den Abriss des Schornsteins musste ein Stück des Daches abgedeckt werden. Der Schutt wurde in einem Container als Sondermüll entsorgt.

Schornstein Abriss Dach

Auf dem Dachboden sind von den beiden Schornsteinen nur noch zwei Löcher im Boden zu sehen. Der linke war bereits weg, als wir das Haus übernommen haben. Der andere musste auch weggerissen werden, da er nicht mehr den heutigen Standards entsprach.

Schornstein Abriss

Im Erdgeschoss wurde die behelfsmäßige Stützkonstruktion aus Balken und Unterzug entfernt, die bis jetzt das Obergeschoss getragen hatte. Sie wurde durch Baustützen ersetzt.

Stützbalken entfernen

Unterzug entfernen

Dann ging der Abriss mit Vorschlag- und Bohrhammer an den letzten Erdgeschosswänden weiter.

Abriss Treppenwand

 

Samstag, 29. November 2014: Abriss der letzten Wände im Erdgeschoss

Am Ende der Woche sah es dann so aus, dass im Erdgeschoss nur noch ein letztes Stückchen Wand in der Mitte stand. Diese Wand wird auch in Zukunft dort bleiben. Ansonsten wird die Raumaufteilung im Erdgeschoss komplett geändert. Bis dahin wird die Decke von Baustützen getragen.

Erdgeschoss Baustützen

Ihr erinnert euch vielleicht noch an die Frage nach der Treppenstatik. Mittlerweile wurde die Wand, an der die Treppe befestigt war, weggerissen und die Treppe wurde mit Stützen stabilisiert.

Abriss Treppenhaus

Bei Temperaturen um 0 °C muss das gute Thüringer Bier ein bisschen gewärmt werden. Willkommen auf einer Winterbaustelle.

Baustellen-Bier