Schwarz-Weiß-Bilder von früher

Zusammen mit unserem Hof haben wir einen ganzen Fundus an alten Fotos geerbt. Ein richtiger Schatz ist das! Die Bilder hatten wir sofort eingescannt, nachdem wir sie gefunden hatten, um sie zu sichern. Sie sind so alt, dass wir viele Menschen darauf nicht kennen. Auf dem Hof sind früher immer viele Leute ein und aus gegangen und die Familien waren groß. Es fällt auch schwer, Aufnahmedatum und Ort zu bestimmen. Deshalb ist die kleine Auswahl, die ich euch heute zeigen will, nicht zeitlich geordnet. Es ist ein Sammelsurium von Eindrücken.

Auf einigen Bildern sieht man unser Haus, sowohl von der Hofseite als auch von der Straßenseite aus:

Die meisten Aufnahmen zeigen das dörfliche Leben mit Tieren und Feldarbeit. Viel Freude beim Eintauchen in alte Zeiten!

Weekly Photo Challenge: Broken

In response to The Daily Post’s weekly photo challenge: “Broken.”

I am fascinated by the history of our farmstead. I like wandering around the buildings, looking for spots where I haven’t been yet and finding old items. Many corners are still in a deep sleep under all those spiderwebs. But I love their morbid charm.

Altes Fenster

Fensterglas zerbrochen

 

Diese Fotos sind mein Beitrag zur Weekly Photo Challenge mit dem Thema “Broken” und zeigen ein zerbrochenes Fenster mit Blick auf unseren Hof. Ich freue mich schon darauf, irgendwann die Zeit zu haben, solche verwahrlosten Ecken wieder herzurichten.

Auf Spurensuche – Teil 4

Im März 2014, nachdem wir den Hof übernommen hatten, hatte ich mich bereits schon einmal mit Kamera auf die Suche nach alten Fundstücken aus dem letzten Jahrhundert gemacht. Das ist in Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Spurensuche nachzulesen. Nun haben wir beim Ausräumen des Obergeschosses noch einmal alte Sachen gefunden, wie zum Beispiel dieses Fläschchen Kölnisch Wasser…

Kölnisch Wasser

… und diese alten bemalten Glaskaraffen mit “Gruss aus Oberweissbach”.

Glaskaraffen

In einem alten Kleiderschrank fand sich ganz viel Wäsche, sowohl Anziehsachen von den Großeltern als auch Haushaltswäsche. Leider waren ihre alten Pelzmäntel bereits von Schimmel befallen. Aber vom Haushalt waren noch ganze Stapel Handtücher und Bettwäsche übrig, zum Teil unbenutzt, wie diese Geschirrtücher:

Geschirrtücher

Auf dem Dachboden sammelt sich jetzt kistenweise altes Porzellan, Bleikristall, Geschirr und Besteck, das wir aus dem ganzen Haus zusammengetragen haben.

Porzellan und Gläser

Einen tollen Fund haben wir überraschenderweise noch in einem alten Stall gemacht! Es handelt sich offensichtlich um Schilder, auf denen die Daten der Kühe vermerkt wurden. Die Handschrift darauf ist aus den Jahren 1973/74. Das hat doch Charme! 🙂

Schilder Kuhstall

Alte Wände raus

Nein, hier ist keine Bombe eingeschlagen, sondern hier wurde ein Erdgeschoss entkernt. 😉 Der Abriss der Wände und Böden ist gut vorangeschritten. Bisher wurde alles mit simpler Manneskraft und einfachen Werkzeugen bewerkstelligt. Im Bild unten sieht man den Bereich, der früher Küche und Stübchen war. Die Wand, die beide Räume trennte, wurde entfernt. Sie war nicht tragend.

Küche entkernt

Danach ging es einer zweiten Wand an den Kragen. Sie trennte Stübchen und Flur. Da sie tragend ist, wurden die Fachwerkbalken fürs Erste stehen gelassen und nur die Lehm-Ausfachung entfernt. Wir hatten dabei tatkräftige Unterstützung von unserem lieben Freund Leo. Tausend Dank Leo, du bist’n dufter Typ! *Applaus* 🙂

Leo und Axel bauen

Fachwerk Wand

Beim Abreißen der Wände wurde der Schornstein ungewollt aufgerissen, da er mit der Wand verbunden war. Wir hatten ursprünglich gedacht, dass er bestehen bleiben könnte. Aber nun muss er auch abgerissen werden. Zumal offensichtlich wurde, dass er nicht den heutigen Ansprüchen genügt und undicht gemauert ist.

Loch im Schornstein

 

Hier nochmal eine schematische Darstellung, was genau passiert ist. Im ersten Bild sieht man den Aufbau von früher. Die rot markierten Wände mussten weg, da die neue Küche (zweites Bild) einen anderen Grundriss haben wird.

CAD Küche vorher nachher

Sommerzeit & Elternzeit

Krankheiten und andere Aufgaben hatten uns ausgebremst und wir waren wochenlang nicht auf dem Hof gewesen. Nachdem wir nun nach langer Zeit wieder zurück waren, war das Unkraut auf sämtlichen (bisher ungenutzten) Beeten über einen Meter hoch gewuchert. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Unkraut auf einem Fleck gesehen. Ein Kind hätte darin locker verschwinden können. Jedenfalls beschlossen wir nach dem ersten Schock, dass die grüne Hölle weg muss! Mehrere Stunden und einige Brennnessel-Stiche später, war dann wenigstens das Gröbste beseitigt.

Unkraut vorher nachher

Auch wenn man hier ungeplant zu Gartenarbeit gezwungen ist, ist die gemeinsame Zeit auf dem Hof sehr schön. Es macht Freude, zusammen zu arbeiten und etwas zu schaffen. Dadurch, dass mein Mann und ich diesen Monat Elternzeit haben, können wir viel Zeit als Familie verbringen. Das ist für uns Idylle pur. Und nach der Arbeit gibt es immer Picknick mit Kaffee und Kuchen. 🙂

Scheune im Sommer

Unser Knirps ist jetzt 11 Monate alt und beobachtet gespannt alles: den lauten Rasenmäher, den Besen beim Kehren, die Hacke, … . Er war noch nicht so oft auf dem Hof, denn die lauten und staubigen Abrissarbeiten sind kein Ort für ein Baby. Aber wenn das Wetter jetzt so wunderbar sommerlich ist und die Pflastersteine schön warm, dann kann er im Garten oder auf dem Hof herumkrabbeln.

Baby auf dem Hof

Um ihm eine Freude zu machen, haben wir eine Schaukel für ihn gekauft und in der Scheune aufgehängt.

Baby Schaukel

Der Abriss des alten Bades

Mittlerweile geht der Abriss im Obergeschoss weiter. Dem alten Badezimmer ging es an den Kragen. Leider habe ich kein Foto vom ursprünglichen Zustand. Auf dem folgenden Foto wurden schon die alte Badewanne und Wandfliesen entfernt.

Bad vorher

Die Toilette befand sich in einem getrennten Raum neben dem Bad. Für die damaligen Verhältnisse war es ein Luxus, ein WC zu haben. Auf dem Fußboden sieht man noch, wo es gestanden hat. Durch das kleine Fenster kann man in den Raum mit der Kornmühle schauen. Da dieser Raum etwas tiefer liegt, kann man von dort aus nicht zurückschauen. 😉

WC Raum alt

Bei der Entkernung wurden alle Wand- und Bodenfliesen abgetragen und auch sonst alles entfernt, was an der Wand befestigt war. Auf den folgenden Fotos sieht man noch ein Zwischenstadium während der Arbeiten.

Bad entkernt

Die Fliesen wurden größtenteils entsorgt. Ein paar Stapel haben wir aber zur Erinnerung und eventuell für spätere Verwendung aufgehoben.

WC entkernt

Altes Waschbecken

Hinter der Tapete lauert der Zweite Weltkrieg

Die Entkernung ging nun neben der Küche in einem ehemaligen Stübchen weiter. Ihr erinnert euch vielleicht noch an diesen Raum:

Tisch

Hier wurden das Linoleum, die Dielen darunter und die Wandverkleidung rausgerissen.

Dielen Abriss

Hinter der Lamperie fand sich alte Tapete und dahinter, wie früher üblich, alte Zeitungen.

Tapete und Zeitungen

Für die früheren Besitzer war das ganz normales Tapezieren. Sie hätten sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, was für ein interessanes Zeitdokument sie uns damit hinterlassen haben.

Zeitung hinter Tapete

Die verwendete Zeitung ist die Thüringer Gauzeitung von 1942, also eine regionale Nazi-Zeitung aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Ein kurzer Blick auf das Geschriebene und mit einem Mal ist man mittendrin im Damals. “Japans mysteriöse Zweimann-U-Boote” lautet eine der Schlagzeilen. Plötzlich ist der Krieg viel realer als in den Geschichtsbüchern. “Weiter schwere Verluste der Sowjets”, “Wirkungsvolle Luftangriffe auf der Krim”, “Gewaltandrohung gegen Irland”, “Wichtige Erfolge der Finnen im Kampf gegen die Bolschewisten”, “30 Schiffe versenkt und 78 gekapert”, … so lauten die Überschriften.

Thüringer Gauzeitung

Man denkt: aha, die haben hier also tapeziert, während ihr Land im Krieg war. Hier ging das Leben offensichtlich normal weiter. Das zeigt auch die Zeitung: “Schlachtfest beim Bauern Neumann”, “Das Kräuterdorf Ringleben bei Erfurt”, “Neuer Stromtarif in Bad Tennstedt” … und natürlich Stellenanzeigen!

“Tüchtige, erfahrene Kaffeeköchin oder Mädchen zum Anlernen zum baldig. Eintritt in Dauerstellung gesucht. Angebote erbeten an das Hotel Germania, Weimar.” Anscheinend war Kaffeekochen mal ein Beruf? Auf jeden Fall war “tüchtig” damals einer der gefragtesten Soft Skills. 😀

Stellenanzeigen Gauzeitung

Die Kriegsrealität versteckt sich bei den Todesanzeigen.

Es konnte ja keiner ahnen, was sich hinter einer Wandverkleidung für eine düstere Geschichte verbirgt…

Todesanzeigen Gauzeitung

Ein Blick in die Scheune

Heute habe ich ein paar Bilder aus der Scheune für euch. Ich bin neulich mehr oder weniger freiwillig zum ersten Mal die Leiter hoch in das obere Stockwerk gestiegen. Das Erdgeschoss hat eine Höhe von 4,30 m! Das ist für jemanden mit Höhenangst (wie mich) schon nicht so schön. Ich hätte es vielleicht auch gar nicht machen können, wenn nicht an der einen Ecke der Scheune eine Zwischenebene wäre, so dass ich zwei kurze Leitern nach oben krabbeln konnte. Hier ist ein Bild von der Zwischenebene aus mit Blick ins Erdgeschoss. Das in der Mitte ist der Brennholzvorrat.

Scheune Erdgeschoss

So und jetzt ein Foto von dem wunderbaren Obergeschoss. Es ist heller als erwartet dank ein paar Glasziegeln. Die Holzbauweise ist herrlich und es herrscht ein trockenes und gut durchlüftetes Klima.

Scheune ObergeschossTraktor von oben