Smart Home: Fernauslesung des Wasserzählers – Teil 1

In ferner Zukunft sollen Gas- und Wasserzähler nicht mehr manuell abgelesen werden, sondern ihre Messwerte über das Internet an den Versorger übertragen. Eine sehr gute Idee, oder? Ähnliches gibt es auch bereits für Stromzähler. Bis es soweit ist und die schöne neue Technik zum Standard wird, wollen wir das mit dem automatischen Ablesen und Auswerten der Verbrauchszahlen schon mal in unseren eigenen vier Wänden am Wasserzähler ausprobieren.

Dazu braucht man ein kleines Gerät, das jeder selber an seinem Zähler nachrüsten kann. Es handelt sich um einen Magnet-Sensor, der die Walzendrehung des Wasserzählers erfasst und in elektrische Impulse umwandelt. Das Gerät stammt von der Firma Sensus, die auch Hersteller der Wasseruhr ist. Es manipuliert nicht den Wasseranschluss und verletzt auch nicht die Eichplombe, sodass alles seine Richtigkeit hat!

So sieht es aus: vorher – der Originalzustand der Wasseruhr

Wasserzähler

Nachher – Wasseruhr mit Sensor

Sensor Wasserzähler

Woher bekommt man den Sensor?

Die Beschaffung war ehrlich gesagt ein bisschen abenteuerlich. Laut Internet sollte man sich an den zuständigen Versorger wenden. Das war bei uns der Wasser-/Abwasser-Zweckverband. Das Telefonat lief ungefähr so ab:

Bauherr: “Hallo. Ich möchte gern zu meiner Wasseruhr ein digitales Auslesegerät von Ihnen kaufen.”
Techniker (WAZV): “Sowas verkaufen wir nicht. Da kenne ich mich nicht aus. Rufen Sie den Chef an.”
Bauherr ruft den Chef des Technikers an: “Hallo. Ich möchte gern zu meiner Wasseruhr ein digitales Auslesegerät kaufen.”
Chef (WAZV): “Sowas haben wir noch nie gemacht bei Privatkunden. Das kommt erst in ferner Zukunft und ist jetzt erstmal nur für Großkunden interessant.”
Bauherr: “Na gut, aber ich möchte jetzt trotzdem so ein Gerät haben nur für mich privat zum Auslesen.”
Chef (WAZV): “So etwas gibt es bei uns nicht für Privatkunden.”
Bauherr: “Also dann kaufe ich mir das Gerät eben selber woanders.”
Chef (WAZV): “Sie dürfen sich nicht an Ihrem Wasserzähler vergreifen.”
Bauherr: “Doch. Das ist als offizielles Ersatzteil vom Hersteller der Wasseruhr erhältlich und kann von jedem montiert werden.”

Und so mussten wir den Sensus HRI dann von einem tschechischen Onlineshop bestellen.

Kosten: ca. 20 Euro

So viel zur Hardware. Um den Sensor nutzen zu können, muss der Schaltausgang an den Hausbus – das “Smart Home” – angeschlossen werden.
Dazu irgendwann später mehr…

Neuer Wasseranschluss

Nach einigem Hin und Her mit unserem Wasser-/Abwasserzweckverband hat unser Haus nun diese Woche einen neuen Wasseranschluss bekommen. Bisher war zwar schon ein Anschluss mit Wasserzähler vorhanden, dieser war aber an einer dermaßen ungünstigen Stelle im Haus, dass wir ihn versetzen mussten. Beim Besichtigungstermin mit einem Mitarbeiter vom Zweckverband hatte sich dann herausgestellt, dass das mit dem Versetzen der Wasseruhr nicht so einfach ist, denn die bisherige Lösung war laut DIN 1988 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installation) nicht erlaubt. Das Problem: vom Anschluss bis zum Wasserzähler war die Entfernung zu groß. Die bisherige Leitung war 30 Meter lang. Da der Anschluss erst vor 10 Jahren vom Wasser-/Abwasserzweckverband gemacht wurde, kann man sich an dieser Stelle fragen, wieso das damals erlaubt wurde.

Das Problem mit der zu langen Leitung war nun aber vorhanden und musste beseitigt werden. Der Plan: es sollte ein neues Rohr direkt von der Straße in unseren Hausanschlussraum gelegt werden. Dann wäre der Leitungsweg bis zu unserem Wasserzähler kurz genug.

Das wurde dann auch gemacht. Die ganze Aktion fällt definitiv in die Kategorie “unerwartete Zusatzausgaben” und hat uns mehrere tausend Euro gekostet.

Baggern für Wasserleitung

Loch buddeln für Wasserleitung

Für die neue Leitung mussten die Arbeiter ein Loch unter dem Fundament des Hauses durchgraben.

Loch unter Fundament

Im Hausanschlussraum wurde ein Loch in die Bodenplatte gebohrt. Dort sollte die Wasserleitung rauskommen.

Loch für Wasserleitung im HA-Raum

Ein Blick in das Loch zeigte, wie dick die Bodenplatte ist. Unten sieht man übrigens das Licht von der Straße hereinscheinen.

Loch für Wasserleitung

Nachdem die Leitung ins Haus gelegt worden war, wurde alles wieder zubetoniert. Jetzt haben wir also einen Wasserzähler mit DIN-konformer Leitung im Hausanschlussraum.

Wasserzähler

Auch auf der Straße wurde alles wieder verschlossen. So viel Aufwand für unseren neuen Wasseranschluss…

Loch im Asphalt

 

Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung

Mitte März wurden im Erdgeschoss die Wasser- und Heizungsrohre verlegt. In diesem Zusammenhang wurde auch bereits der Heizkreisverteiler für die Fußbodenheizung eingebaut. Für den Verteiler wurde ein Stück aus einer Wand im Eingang gefräst.

Mauer fräsen

Über das Loch für den Verteilerkasten wurde ein Sturz eingemauert.

Loch für Heizkreisverteiler

So sieht der Verteiler aus – mit angeschlossenen Heizungsrohren, aber noch ohne Heizkreise. Es ist ein relativ großer Verteilerkasten für 12 Heizkreise.

Heizkreisverteiler

Außerdem schlängeln sich nun die Wasserleitungen vom Hausanschlussraum durch das Gästezimmer und den Eingang in die Küche.

Wasserleitungen im Eingang

Wasser- und Heizungsrohre

Wasserleitungen Küche

 

Sanitärinstallationen im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss haben Klempner, Elektriker und Bauarbeiter dafür gesorgt, dass das Badezimmer langsam Gestalt annimmt. Bereits als die Bodenplatte gegossen wurde, wurden die Abwasserrohre einbetoniert.

Abwasserrohre

Dann wurden die Metallständer für den Trockenbau davor montiert.

Ständerwand Bad

An der Stelle, wo das untere Ende des Wäscheschachts sein soll, wurde ein Loch in die Wand geschlagen. Durch dieses Loch kommt zukünftig die Wäsche ins untere Bad gerutscht. Die Einwurföffnung im oberen Bad ist nämlich nicht genau über dem Erdgeschossbad, deshalb konnte der Schacht nicht einfach senkrecht sein. Der Raum, den man durch das Loch sieht, ist übrigens eine Abstellkammer. Es ist also nicht schlimm, dass dort der Schacht langgeht.

Maueröffnung für Wäscheschacht

Wie bei allen Maueröffnungen, musste auch hier ein Sturz eingebaut werden. Im folgenden Bild sieht man auch, dass die Decke mit Gipskarton verkleidet wurde.

Sturz für Wäscheschacht

Und so sieht nun die komplette Installation an der linken Badwand aus – neben dem Wäscheschacht sind die Anschlüsse für Waschmaschine, Wäschetrockner und Dusche. An dieser Seite wurde keine Ständerwand davor gesetzt, sondern alle Leitungen wurden in die Wand gefräst.

Sanitärinstallation linke Badseite

An der rechten Badwand werden Toilette, Bidet und Waschbecken installiert.

Sanitärinstallation rechte Badseite

Heizungs- und Wasserrohre im Obergeschoss

Als wir das Haus übernommen haben, gab es hier keine Heizung. Geheizt wurde mit Öfen. Wir waren also gezwungen, eine komplette Heizungsanlage zu kaufen und uns ein Konzept für das zukünftige Heizen zu überlegen. Unser Plan sieht nun so aus, dass im gesamten Erdgeschoss Fußbodenheizung verlegt wird und im Obergeschoss Heizkörper installiert werden. Für die Heizkörper wurden Mitte März bereits Rohre verlegt.

Heizungsinstallateur

Heizungsrohr

Heizungsrohre

Die Rohre werden zukünftig hinter Ständerwänden verschwinden.

Heizungsrohre im Obergeschoss

Hier sieht man die vorbereiteten Anschlüsse für die Heizkörper:

Anschlüsse für Heizkörper

Im Obergeschossbad waren die Klempner auch fleißig und haben eine ganze Menge Rohre installiert: Lüftungsrohre, Abwasserrohre, Wasserrohre und Heizungsrohre. Im folgenden Bild sieht man unter anderem die Anschlüsse, die vorsorglich für den Ausbau des Dachgeschosses gelegt wurden, der in ferner Zukunft passieren könnte.

Wasser- und Heizungsrohre

Wasserrohre im Bad